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Herzlich willkommen in der Evangelischen Kirchengemeinde Klein-Auheim!

Aktuelles

Verabschiedung von Pfarrerin Ann-Sophie Huppers

Benjamin Poe

Aufgrund ihres Stellenwechsels wurde Pfarrerin Ann-Sophie Huppers am 26.6.  in einem feierlichen Gottesdienst aus Klein-Auheim verabschiedet.

In der vollbesetzten Erlöserkirche fand der feierliche Gottesdienst mit anschließenden Grußworten statt. 

Bei Sekt und Gebäck bestand auf dem Kirchplatz noch die Gelegenheit zu netten Gesprächen über Vergangenes und Zukünftiges.

Ein ausführlicher Bericht zu der Verabschiedung folgt hier in Kürze.

Informationen zu der Vakanzzeit werden ebenfalls in Kürze veröffentlicht.

Abschiedsworte von Pfarrerin Ann-Sophie Huppers

privat

Auf dem Weg

Zwei Brüder sind miteinander unterwegs, mal schweigend, vielleicht manchmal auch wütend miteinander argumentierend. Sie sind zwei der Jüngerinnen und Jünger Jesu und fragen sich, wohin ihr Weg sie führen soll, nachdem sie nicht mehr mit Jesus unterwegs sein können.

Auf dem Weg treffen sie einen Mann. Mit ihm zusammen gehen sie ein Stück des Weges und er fragt sie, was sie so beschäftigt. Verwundert, dass er das nicht weiß, erzählen sie ihm: Sie berichten von ihrem Freund und Lehrer Jesus, von ihren Freund*innen und was sie von ihm gelernt haben. Und sie gestehen ihm, dass sie nicht wissen, ob sie ohne Jesus weitermachen können.

Doch der Mann überrascht sie. Denn er erinnert sie an all die Sachen, die sie von Jesus gelernt haben. Er erinnert sie, dass Jesus genau wusste, was passieren würde und dass sie nun auf eigenen Beinen stehen und ihren eigenen Weg gehen werden. Am Abend setzen sich die drei miteinander an den Tisch. Sie essen und trinken zusammen. Und dabei erkennen die zwei Brüder ihn: Da sitzt nicht irgendein Mann bei ihnen. Es ist Jesus selbst, der ihnen das Brot gereicht hat.

So schnell der Moment kam, so schnell ist er auch wieder vorbei. Der Mann ist fort, die zwei wieder allein auf dem Weg. Aber sie haben gemerkt: Wir sind gar nicht allein unterwegs. Jesus bleibt bei uns.

Diese Geschichte ist meine absolut liebste Ostergeschichte, ach, eigentlich meine Lieblingsgeschichte in der Bibel. Denn in den zwei Brüdern erkenne ich mich oft wieder: Ich habe viel von Jesus gelernt, doch unterwegs bin ich oft allein. Und andere Menschen mit mir. Dann reden wir miteinander, teilen oft ganz banales und manchmal auch sehr tiefgründiges.

Doch dann und wann gibt es diese kleinen Momente, in denen etwas ganz Besonderes passiert. Mitten im Alltag, beim gemeinsamen Pizzaessen, beim Raum vorbereiten, selbst bei einer Sitzung kann es sein, dass sich ein ganz besonderes Gefühl einstellt. So ein „hierfür machen wir das“. Ein „vielleicht fühlt sich so Reich Gottes an“. So schnell wie der Moment kommt, so schnell ist er dann wieder verflogen und die Normalität ist zurück. Doch mitten darin war etwas zu spüren, das weit über den Alltag hinausweist. Ich war jetzt drei Jahre mit Ihnen auf dem Weg und für mich ist es nun Zeit, weiterzuziehen. Wenn ich zurückdenke, fallen mir viele solcher Momente ein, in denen etwas von Gott durchgeschienen hat:

Da waren die Menschen, mit denen ich am Tisch sitzen durfte: mit dem KonfiTeam konnte ich für Jugendliche ihr erstes Abendmahl gestalten, mit den Damen des Café Camin und Trauernden bei einer Tasse Kaffee und manch einem Stück Kuchen über das Leben nachdenken, bei Vorbereitungstreffen wurde ganz selbstverständlich Pizza bestellt, weil es sich mit einem vollen Bauch nun einmal besser denken lässt.

Es wurde viel gelacht: Mit den Kindern und Erzieher*innen in der Kita, mit den Konfis beim Rundlauf an der Tischtennisplatte, mit den Kolleg*innen der Evangelischen Schwestergemeinde in Steinheim und aus der Katholischen Pfarrgruppe Stein-Auheim. Ich denke auch an die unerwarteten Momente. Ganz besonders ist mir die Fahrt im Autoscooter nach dem Kerbgottesdienst in KleinAuheim in Erinnerung geblieben und genauso die Osternacht im ersten Corona-Jahr, bei der wir mitten in der Nacht Osterkerzen versteckten.

Das sind nur kleine Ausschnitte meines Alltags in Klein-Auheim und es wären noch so viel mehr zu erzählen. Sie alle wären nicht möglich gewesen ohne die Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen in den Kirchengemeinden und all die Menschen, die mir ihre Türen und Herzen geöffnet haben. Danke für diese dreieinhalb Jahre hier in Klein-Auheim. Für mich ist es jetzt Zeit weiterzuziehen. Bleiben Sie miteinander auf dem Weg. Suchen Sie weiter danach, wie hier Glaube und Gemeinschaft gelebt und erfahren werden kann und ich freue mich, Sie irgendwann einmal wieder zu sehen!

Ihre Ann-Sophie Huppers

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